Hier finden Sie alle vergangenen Veranstaltungen und Informationen des Bürgerbündnisses


Protokoll der Sitzung vom Bürgerbündnis am 25.1.17

- ca 25 Flüchtlinge aus Afghanistan haben ihre negative Entscheidung über ihren Asylantrag bekommen, die Asylberatung der Diakonie (Frau Möller) hat den meisten Anwälte aus Kassel oder Frankfurt vermittelt, die Anwaltskosten betragen zw. 1500€ und 1800€, 500 € sind als Anzahlung zu leisten, davon übernimmt bei begründeten Klagen die Diakonie 300 €. Das restliche Geld wird in monatlich 50€ Tranchen abgestottert.

- es fällt auf, dass die meisten positiven Bescheide lediglich subsidären Schutz zugestehen, meist für ein Jahr mit der Option einer Verlängerung.

- Das Caféklatsch wird inzwischen von Herrn Rüdiger Kesting in der Nachfolge von Herrn Rolf Kümmel betreut. Die meisten Gäste kommen aus Afghanistan, es sind viele junge Männer, weniger Familien. Das liegt sicher an den inzwischen angebotenen und vermittelten Integrationskursen, die den syrischen Familien zu Gute kommen. Die ehrenamtliche Arbeit im CaféKlatsch ist vielfältig, Anträge werden ausgefüllt, Deutsch-Hausaufgaben betreut, Briefe beantwortet und „übersetzt“ in eine verständliche Sprache, Jobcenterangebote besprochen, Praktika vermittelt. Natürlich liegt der Schwerpunkt auch auf unverbindlichem Kaffeetrinken und Gesprächen. Wir laden sehr gerne Interessierte zum Reinschauen ein, es herrscht meist eine sehr entspannte fröhliche Atmosphäre.

-Herr Stefan Paternoster bietet Supervision und Coaching für ehrenamtlich engagierte im Rahmen der Selbstfürsorge an. (s. Information im Anhang) Der erste Termin ist Freitag, 10.2.,16:30, der Raum wird noch bekannt gegeben, bitte melden Sie sich bei Interesse bei Ingo Hoppmann 0176/43475036 Mail: i.hoppmann@delta-wa-fkb oder Anette Pries 05631 4199   ,mail: ja.pries@gmx.de .

- Herr Stadler aus Vöhl wird eine Demonstration gegen die Abschiebung der Menschen aus Afghanistan organisieren, mitnichten ein sicheres Herkunftsland. Der Termin wird Ihnen per mail mitgeteilt.

- Herr Dr. Koswig schlug vor, den Verfassungstag (23.5.) in Korbach mit einer Demonstration aller Demokraten zu feiern, was auf große Zustimmung stieß.

- Frau Baranowski, die im LaLeLu Gesang und Tanz für Kinder angeboten hatte, wird dieses Angebot für die inzwischen in Wohnungen lebenden Kinder zw. 6 und 10 Jahren wieder aufleben lassen, als Ort bietet sich das Bürgerhaus, die Gemeindehäuser Kilian und Marien an. Interessierte können über die Grundschulen geworben werden.

- Konkrete Fragen zur Sprachvermittlung beantwortet Frau A. Behrendt, Tel. 05631 7173

- Um in der Öffentlichkeit sichtbarer zu werden, planen wir ein Integrationsfest im Sommer, z. B. im Stadtpark

- Ein neues Treffen des Bürgerbündnisses sollte in etwa 3 Monaten stattfinden.

- Angedacht wurde auch ein regelmäßiges Treffen von Korbacher Flüchtlingen und Korbacher Einheimischen im Bürgerhaus alle 2-3- Monate (So ähnlich wie im Rahmen der Präventionswoche)

Anette Pries

 

 


Bürgerbündnis für ein weltoffenes und tolerantes Korbach

 

Protokoll vom 31.05.2016

 

1. Das Projekt „Stadtgefährten“, geplant von Herrn Dr. Völcker-Jansen, Wolfgang Bonhage Museum in Partnerschaft mit dem Bürgerbündnis, wird leider von der Bundeskulturstiftung nicht unterstützt und daher nicht realisiert. Herr Dr. Völcker-Jansen erhielt nur eine äußerst knapp gefasste Absage, er wird um eine ausführlichere Stellungnahme bitten.

 

2. Herr Hoppmann, seit 15.03.16 Koordinator Ehrenamt für den Landkreis Waldeck-Frankenberg, stellte sich vor. Herr Hoppmann ist der erste und direkte Ansprechpartner für die Ehrenamtlichen der Gemeinden Korbach, Lichtenfels, Diemelsee, Willingen und Vöhl, Ziel ist u.a.eine Entlastung des Landkreises, indem er Anfragen bündelt, kanalisiert und z.T. niederschwellig beantworten kann.

Im CaféKlatsch sind demnächst im zweiwöchentlichen Rhythmus Vorträge über für Flüchtlinge relevante Themen geplant, z .B. Vertragswesen in Deutschland, Versicherungen, Arbeitnehmerrechte, Schul- und Gesundheitswesen. Derzeit versucht Herr Hoppmann, Laptops für Flüchtlinge zu organisieren.

 

3. Frau Kahler, Jobcenter Korbach, erstellt eine Übersicht über die verfügbaren Sprachkurse, außerdem ist eine Jahresplanung der lokal angebotenen Sprachkurse in Arbeit, die angebotenen Kurse können ab Juli/ August online erfragt werden.

Bei der VHS soll erfragt werden, ob sie einen Sprachkurs B2 ab Sommer anbietet bei eventueller Kosten(teil)übernahme durch Rotary.

Der erste von vier Alphabetisierungskursen im Landkreis startete am Montag in Korbach bei DELTA, als freiwillige Leistung stellt der Kreis einmalig 100 000 € zur Verfügung. Da bereits 24 Teilnehmer mitmachen, drei noch mindestens dazu kommen und weitere Aspiranten warten, erscheint uns ein Parallelkurs hier dringend notwendig; Herr Hoppmann erkundigt sich beim Kreis/ Landrat nach weiteren Mitteln.

 

4. Herr Kümmel, CaféKlatsch, wies auf den Bedarf von Basisvermittlung Mathematik hin. Geplant ist, dass Herr Kesting einen Kurs ehrenamtlich anbietet, der baldmöglich starten soll. Herr Hoppmann fragt bei DELTA nach Unterrichtsraum im „Radwechsel“, Herr Kümmel erstellt eine Teilnehmerliste, A. Pries erkundigt sich nach geeignetem Lehrmaterial (je 25 Lehrbücher Kl. 5 und 6 sind vorhanden), Bitte Infoflyer an Frau Kahler.

 

5. Am 15. Juli wird in Korbach, Verkehrslernplatz Eidinghäuser Weg, ein praktischer Fahrradfahrkurs für Flüchtlinge stattfinden, Termin und Ort für den theoretischen Teil wird noch bekannt gegeben. Herr Riedel von der Verkehrswacht ist der Ansprechpartner. Räder und Helme werden gestellt.

 

6. Herr Heller, Stadt Korbach, berichtete von der entspannteren Situation: Es kommen zur Zeit deutlich weniger Flüchtlinge nach Korbach, 317 Menschen sind in Korbach und Ortsteilen aktuell untergebracht. Alle Flüchtlinge, die in den Ortsteilen wohnen, erhalten eine kostenlose Busfahrkarte (auch für AST nutzbar mit geringem Eigenanteil) und soweit technisch möglich Internetzugang. In der Kernstadt wird -soweit möglich ohne zu großen Aufwand und bei entsprechender Personenzahl- ebenfalls Internet eingerichtet. Frau Kahler wies darauf hin, dass sich die Flüchtlinge nach Anerkennung, die sich selbständig in Korbach eine Wohnung besorgen, vorher unbedingt mit dem Jobcenter besprechen sollten wegen der anfallenden, übernahmefähigen Kosten.

 

7. Bei Inkassoproblemen wg. Handyverträgen oder Bankverträgen (z.B. Kreditkarte Gold einer Luxemburger Bank) findet man Hilfe bei der Schuldnerberatung des DRK.

 

8. Im CaféKlatsch werden weiterhin dringend ehrenamtliche Helfer gesucht. Eventuell gibt es durch ZusammenHalt (Frau Kahler) demnächst Unterstützung. Es sollte u. a. an den Schulen geworben werden.

 

9. Frau Oswald, MITFlüchtlingen, sieht weiter Bedarf an Sprachpaten für Kinder, an den Schulen und für Erwachsene.

 

10. Nachdem die Einrichtung eines Schwimmkurses im letzten Jahr an der EWF gescheitert war, soll ein neuer Versuch mit der DLRG gestartet werden. Herr Heller bemüht sich bei der Stadt um kostenlosen Eintritt für die Kursteilnehmer.

 

11. Das Lalelu soll zum 11.6. wegen geringer Auslastung geschlossen werden. Die dann dort noch untergebrachten Flüchtlinge werden nach Kassel verlegt. Die Einrichtung bleibt noch auf „stand by“ bestehen.

 

 

12. Freies WLAN besteht in der Stadtbücherei.


Am Donnerstag, 18. Februar 2016 findet um 19:30 Uhr eine Lesung im Bürgerhaus Korbach statt. Die Brüder Masoud und Mojtaba Sadinam lesen aus ihrem Buch "Unerwünscht".

Die drei Brüder Mojtaba, Masoud und Milad wachsen im Iran der 1980er Jahre als Kinder regimekritischer Eltern auf. Als ihre Mutter bei einer verbotenen Flugblattaktion auffliegt, müssen sie untertauchen und sind monatelang komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Bis sie die Flucht wagen und mit Hilfe eines Schleppers im Sommer 1996 mit nichts als einem Koffer illegal nach Deutschland gelangen. Ohne Geld, ohne Papiere und ohne ein Wort Deutsch zu sprechen, landen sie in einem Auffanglager bei Münster. Dann der Schock: Ihr Asylantrag wird abgelehnt, sie werden zur sofortigen Ausreise aufgefordert. Wie Mojtaba, Masoud und Milad eine Integration gegen alle Widerstände gelingt, in einem Land, das sie nicht haben wollte - davon erzählen sie in diesem Buch.


Der Förderverein für Kinder, Jugend & Kultur veranstaltet am Samstag, 13. Februar 2016 im Bürgerhaus Höringhausen ein Musikfest. Jung und Alt, Flüchtlinge und Einheimische sind eingeladen von 16:00 bis 18:00 Uhr gemeinsam zu singen, trommeln, tanzen, musizieren, essen und trinken. Danach gibt es ein Konzert von Künstlern der Region.

Eintritt sowie Essen und Trinken sind frei!

Es gibt eine kostenlosen Bustransport aus Korbach (15:38 Uhr ab Omnibusbahnhof ZOB), bitte um Anmeldung  unter Tel. 0157-70319008 oder 05634-279.


Während der Flüchtlingsarbeit entsteht bei den Engagierten ein ganz individueller Erfahrungsschatz, aus dem sich einerseits Fragen oder Wünsche ergeben, von dem andererseits aber auch weitere freiwillige Helfer profitieren können. Um sowohl den Austausch Ehrenamtlicher untereinander als auch zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Akteuren zu fördern, möchte der Landkreis im Rahmen von Dialogforen dafür eine Plattform schaffen.

Zum zweiten Dialogforum wird eingeladen für Dienstag, den 20.10.2015 von 16:30 bis 18:00 Uhr in das Korbacher Kreishaus, Südring 2 in 34497 Korbach.


Unser erstes Treffen im neuen Jahr findet am Mittwoch, 13. Januar um 18.30 Uhr im Bürgerhaus Raum 19 im Erdgeschoss statt, zu dem wir herzlich einladen.

Neben dem aktuellen Stand bei Zuzug und Unterbringung wollen wir Planungen für das neue Jahr diskutieren:

  • Stadtplan für Flüchtlinge
  • mehrsprachiger Flyer mit Hinweisen auf Hilfsangebote u ä.
  • Stadtrundgang für Neubürger
  • Projekt "Stadtgefährten" des Museums
  • Anschaffung von Materialien
  • Patenschaften
  • Terminhinweise

Viele Korbacher haben sich 2015 für die Integration von Flüchtlingen ehrenamtlich engagiert. Dafür vielen Dank! Zusammen haben wir einiges erreichen können: Die Gründung  des Treffpunktes "Café Klatsch" konnte gefeiert und der Bestand für 2016 gesichert werden. Im Rahmen von Sprachpatenschaften und Patenschaften konnte das Einleben für einige wesentlich erleichtert werden. Die Versorung wurde durch Sachspenden verbessert. Auf zwei Kundgebungen am Berndorfer Tor Platz haben wir unsere Solidarität mit unseren französischen Freuden gezeigt und Zusammenhänge zwischen Flüchtlingen, islamischen Gläubigen und den Terroristen zurückgewiesen. Einige Schulen engagieren sich in besonderem Maße bei der Intgration von Schülern. Das Zusammenleben in unserer Stadt ist weitgehend von Toleranz geprägt. Die örtliche Presse berichtet verantwortungsvoll. Trotzdem gilt es, aufmerksam zu sein und ausländerfeindlichen und rassistischen Tendenzen entgegenzutreten. Die Unterbringungssituation in Hallen oder gar Zelten ist kaum zumutbar. Mancher Flüchtling wartete in der Sporthalle 8 Wochen auf seine Registrierung in Gießen!

Seit Monaten  stehen 35 Wohnungen in hervorragender Lage in der Gelsenkirchener Straße leer, die sich unserer Meinung nach sehr gut für die Unterbringung von Flüchtlingen eignen würden. Die politisch Verantwortlichen haben aber bisher auf eine Übernahme/ Kauf dieser Wohnungen verzichtet, da in der Kernstadt und auf den Ortsteilen  noch genügend Wohnungen frei seien. Wir würden uns wünschen, dass die Wohnungen in kommunales Eigentum übergehen könnten und über eine Nutzung  für sozial Bedürftige oder Flüchtlinge miteinander neu entschieden würde. 

Voraussichtlich werden auch in den nächsten Jahren noch viele Menschen nach Deutschland kommen, da sich an den  Fluchtursachen Krieg und Bürgerkrieg, Armut und Hunger wenig ändern wird. Deutsche und andere Panzerbauer und Rüstungsschmieden verdienen prächtig am Waffenexport in Krisengebiete. Undemokratische Regime wie Saudi-Arabien sind begehrte Wirtschaftspartner, egal ob beispielsweise die IS-Terroristen von dort unterstützt werden. Vor Westafrika raubt  die moderne EU-Fangflotte den heimischen Fischern ihre Existenzgrundlage. Gegen subventionierte Agrarüberschüsse aus Europa und den USA können afrikanische Bauern nicht mithalten. Von der EU aufgezwungene "Freihandelsabkommen"  verbieten es den afrikanischen Staaten, ihre Bauern und Produzenten mit Hilfe von Zöllen zu schützen. Afrika wird unter den Folgen des Klimawandels besonders leiden, obwohl die dortige Bevölkerung in Vergangenheit und Gegenwart am wenigsten dazu beigetragen hat. Die gute Integration der neuen Mitbürger wird manche Mühe kosten. Gerade für strukturschwache Regionen mit einem Bevölkerungsrückgang bietet der Zuzug aber auch erhebliche Chancen, beispielsweise um vor dem Aus stehende Kindergarten- und Schulstandorte zu erhalten, freie Ausbildungs- und Arbeitsplätze könnten besetzt werden.

Wir wünschen uns allen ein erfolgreiches und gutes Jahr 2016!